Mein Weg zur Heilkunde ...

.. begann beim Zahnarzt. Als Kind und Jugendlichem wurde mir reichlich Amalgam in die Zähne geschmiert, jener ach so praktische Zahnfüllstoff: langlebig, leicht zu verarbeiten und in unmittelbarem Kontakt tötet er sogar Kariesbakterien. Leider bekam er auch mir nicht gut; schleichend wurde ich von Jahr zu Jahr immer ein kleines bisschen kränklicher und schwächer. Im Abitur begann ich zu begreifen, dass ich wohl ein Gesundheitsproblem hatte, war aber trotzdem dank Schüler - Routine und Willenskraft noch erfolgreich. Danach begann ich (unbewusste Heilungssuche?) ein Medizinstudium – zunächst mit viel Tempo und Elan.

... von der Krise

Das ließ bald nach; wie bei einem Läufer in zähem, sich vertiefendem Schlamm, wurde es für mich immer mühsamer, Schritt zu halten. Durch einen seltsamen Zufall geriet ich an eine alte Heilpraktikerin, die die Problematik im Prinzip erkannte und eine isopathische Amalgamausleitung veranlasste. Leider erfasste diese nur das alte Amalgam, das ich schon als Embryo von meiner dental rundumversorgten Mutter bekam, nicht aber das neuere Non-Gamma-2-Amalgam, das ab den 70ern verwendet wurde. So ging es mir nur wenig besser und der Zusammenbruch unter der Belastung durch Studium und Brotjob konnte nicht verhindert werden. Ein rapider Gewichtsverlust begleitet von lähmender Schwäche mit Schweißausbrüchen bei der geringsten Anstrengung verdeutlichte mir, dass es jetzt ums Ganze ging.

... über das Ende...

Da mir die Schulmedizin nicht helfen konnte, wandte ich mich alternativen Verfahren zu. Diese heilten zunächst zwar auch nicht, halfen mir aber immerhin aus jenem beängstigenden Akutzustand heraus, in dem das Leben jeden Tag ein Stück zu schwinden schien. So ging der Kampf gegen die Schwäche weiter, rückblickend auch ein Kampf gegen mich selbst im krampfhaften Bemühen, ein Studium erfolgreich abzuschließen, dessen Inhalte mir einseitig und zum Teil fragwürdig erschienen und das zu einem Beruf führte, den ich in der vorgegebenen Form auf keinen Fall ausüben wollte. Neben meiner Schwäche war dieser innere Widerspruch der zweite Grund, warum ich den Belastungen des Studiums nicht standhielt und es schließlich beendete.

... zum Anfang

Zum Glück hatte ich mich parallel immer für alternative Medizin interessiert und einiges selbst ausprobiert, so dass zusammen mit den schulmedizinischen Grundlagenkenntnissen eine gute Wissensbasis für den Neustart als Heilpraktiker gegeben war. Die Erlangung der Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde war dann auch kein Problem. Danach erlernte ich an der Samuel-Hahnemann-Schule in Berlin die Prozessorientierte Homöopathie, die auf der klassischen aufbaut, sie aber erweitert um die Vorstellung, dass Krankheit ein Weg zur Gesundung von Persönlichkeitsanteilen ist, die ihren Platz an der inneren Tafelrunde der Seele noch nicht gefunden oder bekommen haben, ein Weg für den ganzen Menschen, „zu werden wie er gemeint ist“ (A. Krüger). In dieser Zeit machte ich meine erste beeindruckende Erfahrung mit einem tiefwirkenden homöopathischen Einzelmittel, das mir seelisch sehr half, die chronische Schwäche aber nicht beeinflussen konnte.

Warum das so war, erfuhr ich erst vor wenigen Jahren bei einem Kollegen, der ein Elektroakupunkturgerät und –noch wichtiger- eine riesige Zahl an Ampullen mit Nosoden und isopathischen Mitteln besaß. Er ließ sich von meiner Überzeugung, das Amalgam sei ausgeleitet, nicht beeindrucken und stellte Non-Gamma-2-Amalgam in den Messkreis. Dabei wurde deutlich, dass dies die Hauptbelastung darstellte und unbedingt ausgeleitet werden musste. Nach der Ausleitung war ich ein neuer Mensch. Die Schwäche war weg, Elan und Lebensfreude kehrten zurück. Mit neuem Schwung startete ich meine Tätigkeit als Heilpraktiker und legte einen Schwerpunkt auf Entgiftungsverfahren. Weitere kamen hinzu und seit 2013 gibt es die Kooperation mit dem Kollegen Hermann Schröder, die mir wiederum ganz neue Aspekte eröffnete und sich sehr bewährt hat.

 

Über mich

Ich wohne im beschaulich-bürgerlichen Reinickendorf, bin ledig und praktizierender Ungläubiger. Die Fahrt nach Kreuzberg ist für mich auch nach all den Jahren immer noch eine kleine Reise in ein anderes Land, in dem es einerseits - frei nach Cohn-Bendit- hart, schnell und grausam zugeht, das andererseits aber auch sehr viel Kreativität beherbergt, die sich in vielen sozialen Projekten äußert -ein Experimentierfeld, das unsere Gesellschaft für einen selbstbestimmten Wandel dringend benötigt. Arbeiten in Kreuzberg, Entspannen in Reinickendorf – für mich genau richtig!

Andreas Nitzge vor Bachblütenbaum